krebszucht.at - Wirbellose für's Aquarium
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Sonntag, 05. Oktober 2008 um 09:06
Hurra, sie sind da, meine neuen Mitbewohner.

Endlich - lang währte die Vorfreude - die Sendung ist gut Zuhause angekommen (jetzt mal egal auf welchem Weg).
Nichts wie rein ins neue Becken, damit sich die Tiere vom Transport erholen können... HALT

Schnell den inneren Schweinehund besänftigen und die Sache mit dem "Einsetzen" langsam angehen! Das ist nämlich ziemlich wichtig und die nächsten Schritte entscheiden über Leben und Tod der Neuankömmlinge!

Da wäre zunächst mal das Wasser - es ist definitiv anders als jenes, in dem die Tiere bisher bei uns gelebt haben. Sei es nun total anders (wäre aber nicht so gut) oder zumindest in einigen Teilen, etwa dem PH Wert.

So ein PH Wert Unterschied, z.B meiner: 7.2 - deiner 7.4 ... liest sich jetzt ja nicht gar so gravierend unterschiedlich, nur dass diese winzige kleine Stelle hinterm Komma immer ein x-faches von Wert daneben bedeuten - 6.8 ist also 10 mal so sauer wie 6.9 - doch ganz schön viel, nicht wahr?
Und nun stell Dir vor, so eine kleine zarte Garnele kommt ohne Vorwarnung in ein 30x so saures Wasser wie vorher, vielleicht auch noch um 10 Grad wärmer - das macht sicher keinen Spaß. Und kostet manchmal frühzeitig das Leben. Ausserdem gibt es noch einige weitere Einflüsse, osmotischer Druck, biologische Wasserwertigkeiten (Bakterienarten etc) und einiges mehr.

Also dann mal vorsichtig:
Miss erstmal die Wasserwerte mit einem Schnelltest. Passt Dein Beckenwasser für die Ansprüche der Art? Gibt es sehr hohe Unterschiede zum Wasser im Beutel (PH, GH, KH)? Wenn alles OK scheint, dann kann es losgehen:

1) Kippe den Beutelinhalt in ein sauberes, ausreichend großes Gefäß (3facher Beutelinhalt als min. Füllmenge).
    Achtung: wir verwenden oft Breathing Bags, die kleben beim entleeren durch den Unterdruck etwas zusammen - diese Art Beutel bitte besser sachte komplett aufreissen....

2) Im Idealfall hast Du ein Stück dünnen Becken-Luftschlauch, ein Ende befestige im Becken, dann mach einen mittelfesten Knoten in den Schlauch oden verwende eine Luftschlauchklemme - einmal kräftig am Schlauch nuckeln - und nun kann das andere Ende zb mit einer Wäscheklammer am Gefäß mit den Neuankömmlingen fixiert werden. Logisch dass das Gefäß unterhalb der Wasserlinie stehen muß.

3) Stell den selbstgebauten "Tropf" so ein, dass er wirklich langsam tröpfelt, es kann (und soll) ruhig 2-3 Stunden dauern, bis die Wassermenge das 3-fache erreicht hat (2 Teile Becken - 1 Teil Beutelwasser).  Erst jetzt keschern oder den ganzen Behälterinhalt ins Becken "gleiten" lassen.

Ist kein dünner Schlauch im Haus, so geht es auch indem man über 2-3 Stunden immer wieder mal kleinste Mengen Wasser aus dem Becken in das Gefäß gibt - aber: nicht übereilen! Hat den Nachteil, dass man quasi daneben stehen bleiben muss.